Mythos 5: Mercedes-Benz 300 SD.

Mythos 5: Mercedes-Benz 300 SD.

Mythos 5: Mercedes-Benz 300 SD.


Die Erdölkrisen der siebziger Jahre zwingen Politik und Gesellschaft zum Umdenken. Am 18. April 1977 wendet sich der amerikanische Präsident Jimmy Carter an die Nation: Er fordert die US-Bürger auf, die Abhängigkeit von importiertem Erdöl zu überwinden und verkündet ein weit reichendes Energiesparprogramm. Weitere Vorschriften zur Abgasreduktion und zum Benzinverbrauch folgen. Besonders heikel für die Automobilindustrie sind die Bestimmungen zum so genannten Flottenverbrauch. Sie schreiben vor, wie viel Kraftstoff die neu verkauften Fahrzeuge eines Herstellers durchschnittlich verbrauchen dürfen. Die Vorschrift trifft die Daimler-Benz AG empfindlich, denn sie verkauft im wichtigen US-Markt viele S-Klasse-Fahrzeuge mit relativ hohem Benzinverbrauch. Als Antwort entwickelt sie exklusiv für Nordamerika den verbrauchsarmen Mercedes-Benz 300 SD, den weltweit ersten Oberklasse-Diesel, der 1977 vorgestellt wird. Der 300 SD übertrifft alle Verkaufsprognosen, senkt den Flottenverbrauch und wird zum Urtyp heutiger Oberklasse-Diesel-Pkw.

Benzin und Diesel werden aus Erdöl hergestellt und die Erdölvorräte der Welt liegen tief vergraben unter Meeren und Sandwüsten, von wo sie mit Hilfe von Bohrtürmen an die Oberfläche gefördert werden. Die vielen Autos auf der Welt verbrauchen zusammen sehr viel Benzin und damit auch viel Erdöl. In den siebziger Jahren ging die Erdölförderung ein paar Mal zurück, und Benzin wurde schnell sehr, sehr knapp und teuer. Die Leute begannen, Benzin auf Vorrat zu kaufen. An den Tankstellen bildeten sich lange Schlangen. Um Benzin zu sparen, wurden neue Bestimmungen erlassen. In den USA mussten die Autohersteller Strafe zahlen, wenn ihre Autos zu viel Benzin verbrauchten. Deswegen bauten die Mercedes-Benz Ingenieure einen besonders starken, aber sehr sparsamen Dieselmotor in die S-Klasse ein. Das neue Modell, der 300 SD, wurde ab 1978 in den USA verkauft. Auch bei den Benzinautos arbeiten die Techniker und Ingenieure bei Mercedes-Benz seither mit großem Einsatz daran, die Autos Schritt für Schritt immer sparsamer zu machen.

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