Mythos 4: Mercedes-Benz 300 SL Coupé.

Mythos 4: Mercedes-Benz 300 SL Coupé.

Mythos 4: Mercedes-Benz 300 SL Coupé.


Das legendäre Flügeltürencoupé ist der erste reinrassige Sportwagen, der nach dem Zweiten Weltkrieg von Mercedes-Benz entwickelt wird. Dabei steht der Rennsport erfolgreich Pate: 1952 gewinnt der Mercedes-Benz Rennsportwagen 300 SL die „24 Stunden von Le Mans“, den Preis von Bern, den Großen Jubiläumspreis auf dem Nürburgring und die Carrera Panamericana in Mexiko. Soviel Erfolg will vermarktet sein: Im Februar 1954 wird die Serienversion des 300 SL auf der „Worldwide Motor Sports activities Present“ in New York lanciert. Das auffälligste Merkmal, die Flügeltüren, tragen dem Wagen in den USA den Kosenamen „Gullwing“ – übersetzt: Möwenschwinge – ein. Wen kümmert es da, dass dem außergewöhnlichen Design des 300 SL ein Konstruktionsproblem zugrunde liegt: Der ultraleichte Gitterrohrrahmen unter der Stahlblechhaut des 300 SL weist an den Fahrzeugflanken sehr hoch liegende Verstrebungen auf. Dies garantiert eine excessive Belastbarkeit und Stabilität des Wagens, versperrt aber den Platz für seitliche Türen. Bleibt nur eine Öffnung der Türen nach oben – eine Lösung, die den Flügeltürer als Ikone in die Design- Geschichte eingehen lässt und das 300 SL Coupé zum Traum manch eines Führerscheinbesitzers werden lässt.

Der 300 SL Seriensportwagen ist der erste Serien-Pkw, der von einem Viertaktmotor mit Benzineinspritzung angetrieben wird. Gegenüber der vergaserbestückten Ausführung steigert die Benzineinspritzung die Motorleistung um 40 PS und macht den 300 SL zum schnellsten Serienwagen seiner Zeit. Je nach Hinterachsübersetzung erzielt der 300 SL eine Geschwindigkeit von 220 bis 250 Kilometer professional Stunde und zeigt damit ebenso spektakuläre Fahrleistungen wie die Rennsportversion, trotz seines über 200 Kilogramm höheren Gewichts. Dieses ist darauf zurückzuführen, dass der Seriensportwagen mit doppelter Motortrennwand, mit Dämmmatten, Lüftungs- und Heizungsanlage, mit Kurbelfenstern aus Glas und mit Stoßstangen ausgestattet wird, um den gewünschten Fahrkomfort zu erreichen. Die Fachpresse ist begeistert, Zitat: „Man kann mit ihm beinahe lautlos über die Boulevards im Radfahrertempo flanieren – im selben direkten Gang, mit dem er mühelos die Geschwindigkeit eines Sportflugzeugs erreicht. Sie brauchen von zero bis 100 km/st 30 sec mit Ihrem Olympia Rekord? Der 300 SL hat in derselben Zeit 210 km/st erreicht!“

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